Schleswiger Kanu-Club „Haithabu“

Sie haben Lust auf Wassersport, aber kein eigenes Boot? Oder gehören auch Sie zu denjenigen, die zwar einen Kurs besucht haben, aber nun am Ufer stehen und den anderen zusehen, wie sie ihre Freizeit auf dem Wasser verbringen? Das möchten wir ändern. In Wind und Wasser stellen sich Wassersportvereine aus Schleswig-Holstein vor.

Das Bootshaus des Schleswiger Kanu-Clubs (SKC) liegt direkt an der Schlei am Louisenbad. Die Boote müssen nur wenige Meter aus dem Bootshaus über den Rasen getragen und von einem Steg aus in die Schlei gesetzt werden, kürzer und bequemer geht es fast nicht.

Die letzten Vorbereitungen für die Kanu-Tour.

 

Das Bootshaus nebenan gehört einem Ruderclub. Ruderer und Paddler pflegen eine gute Nachbarschaft und bewegen ihre Boote über das Wasser, aber jeder auf eine andere Weise.

Was unterscheidet eigentlich Ruderer und Kanuten? Beim Rudern sitzt man mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und zieht die Ruderblätter oder Skulls durchs Wasser. Die Kanuten hingegen blicken in Fahrtrichtung und bewegen ihr Boot mit Paddeln durch das Wasser. Der Begriff „Kanu“ ist in Deutschland der Oberbegriff für alle Boote, die mit Paddeln bewegt werden, wie zum Beispiel Canadier, die von Laien oft als Kanu bezeichnet werden, Kajaks, Drachenboote oder Outrigger, das sind Boote mit Ausleger.

Kajaks in vielen Variationen
Von jedem der genannten Kanutypen gibt es die verschiedensten Unterarten. Wirft man einen Blick in das Bootshaus der Schleswiger Kanuten, entdeckt man Kajaks in vielen Variationen. Nicht dass es dort keine Canadier gibt, aber die sind deutlich in der Unterzahl, weil das Hauptrevier, die wunderschöne Schlei, sich häufig mal vom Wind aufgewühlt präsentiert und das Canadierpaddeln dann nicht ganz einfach ist. Aus diesem Grund sind wohl die meisten Boote beim SKC Seekajaks, mit denen man Wind und Wellen trotzen kann. Außerdem lässt sich in diesen Booten prima Gepäck in den „Laderäumen“ in Bug und Heck transportieren.

Mischung aus Sport und Naturerleben
Beim Paddeln steht nicht nur die sportliche Bewegung im Vordergrund, sondern auch das Naturerleben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einem Seehunde, Schweinswale oder Seeadler auf einer Tour begegnen. Die Kombination aus Sport und Natur fasziniert immer wieder aufs Neue, egal ob auf der Schlei, der Ost- oder Nordsee oder den Flüssen in Deutschland oder Dänemark gepaddelt wird. Jedes Revier hat seinen eigenen Reiz mit seinen besonderen Ansprüchen an die Fähigkeiten und die Ausrüstung der Kanuten. Beim Ausrichten von Wanderfahrten ist der SKC in Schleswig-Holstein immer ganz vorne mit dabei.

Kontrolliert Kentern: die Eskimorolle wird trainiert.

 

Jeden Dienstag Schnupperkurs
Paddeln bei spiegelglatter See, Surfen mit dem Kajak in den Wellen (ein Heidenspaß), der Kampf gegen den Wind, das Entdecken von Orten, die man von der Landseite noch nie bemerkt hat, das Fühlen und Erleben der Strömung auf einem Fluss, das Entspannen vom Alltagsstress: Kanusport hat viele Gesichter. Wer ausprobieren möchten, ob Kanusport das Richtige für ihn ist, kann an dem Schnupperkurs teilnehmen, der jeden Dienstag um 17.45 Uhr stattfindet. Dort werden die erwachsenen Anfänger in den Umgang mit den Booten eingeführt.

Wer es noch sportlicher mag, sollte einmal einen Blick in die Rennsportabteilung des SKC werfen. Mit Gleichgewichtsgefühl, Kraft und Paddeltechnik flitzen die Rennkanuten in ihren „Bleistiften“ über das Wasser und der Betrachter wundert sich, dass sie mit solch schmalen Booten nicht kentern. Mit entsprechendem Training gelingt es insbesondere Jugendlichen in der Regel aber sehr schnell, das notwendige Bootsgefühl zu entwickeln. Jeden Dienstag ab 17.00 Uhr lädt Rennsportwart Matthias de Vries zum Training.

Miteinander von Jung und Alt
Ob gemütliches Tourenpaddeln, Adrenalin förderndes Brandungspaddeln an der Küste oder eine Jagd nach Bestzeiten im Rennboot, beim SKC kann jeder nach seiner Fasson glücklich werden.

Besonders hervorzuheben ist das gemeinsame harmonische Miteinander von Jung und Alt beim SKC. Die Jugendgruppe hat zwar ihren Freitagnachmittag, den sie mit ihrem Jugendwart ganz alleine gestaltet und bei dem „die Alten“ außenvor bleiben. Aber ansonsten wird gemeinsam gepaddelt, gezeltet, gegrillt, gechillt, gefeiert und im Winterhalbjahr auch mal gebosselt.

 

Keine unnützen Investitionen
Den Jugendlichen werden zunächst Vereinsboote zur Verfügung gestellt, um zu testen, ob der Kanusport ihr Interesse dauerhaft weckt, damit die Eltern nicht unnütze Investitionen tätigen müssen. Voraussetzung für die Teilnahme in der Jugendgruppe ist das Schwimmabzeichen Bronze und ein Mindestalter von zehn Jahren.

Sven Wollesen

Vereins-Info
www.skc-schleswig.de
Jeden Dienstag: 17.00 Uhr Training der Rennkanuten 
17.45 Uhr Schnupperpaddeln für Erwachsene
Jeden Freitag: Treffen der Jugendgruppe